15th
Juni
Stanislaw Petrow, Analytiker und Oberstleutnant der Sowjetarmee sowie leitender Offizier im Kontrollraum der Kommandozentrale der Satellitenüberwachung gegen Raketenangriffe, entscheidet sich am 26. September 1983 trotz Alarm eines Angriffs von 5 gestarteten Raketen einer Raketenbasis an der Ostküste der USA, die der Satellit Kosmos 1382 gemeldet hatte, für einen Fehlalarm. Seine Entscheidung stellt sich als richtig heraus, der Satellit hatte Sonnenreflexionen als Raketenstarts gemeldet. Obwohl er von der sowjetischen Armeeleitung und Untersuchungskommission weder gelobt noch bestraft wurde (aber versetzt und in seiner Armeekarriere behindert) und selbst immer betonte, nur seinen Dienst verrichtet zu haben, wird er, seitdem die Situation publik wurde, als “Mann, der die Welt rettete”, “Mann, der den 3. Weltkrieg verhinderte” bezeichnet und 2006 im Gebäude der Vereinten Nationen von der Association of World Citizens (“Vereinigung der Weltbürger”) mit einer Auszeichnung geehrt, wo er angemerkt haben soll “[…] Es ist nett, dass Sie mich für einen Helden halten. Ich weiß aber nicht, ob ich einer bin.” (Bild: dänische Dokumentation “The Man Who Saved The World” (2009))

Stanislaw Petrow, Analytiker und Oberstleutnant der Sowjetarmee sowie leitender Offizier im Kontrollraum der Kommandozentrale der Satellitenüberwachung gegen Raketenangriffe, entscheidet sich am 26. September 1983 trotz Alarm eines Angriffs von 5 gestarteten Raketen einer Raketenbasis an der Ostküste der USA, die der Satellit Kosmos 1382 gemeldet hatte, für einen Fehlalarm. Seine Entscheidung stellt sich als richtig heraus, der Satellit hatte Sonnenreflexionen als Raketenstarts gemeldet. Obwohl er von der sowjetischen Armeeleitung und Untersuchungskommission weder gelobt noch bestraft wurde (aber versetzt und in seiner Armeekarriere behindert) und selbst immer betonte, nur seinen Dienst verrichtet zu haben, wird er, seitdem die Situation publik wurde, als “Mann, der die Welt rettete”, “Mann, der den 3. Weltkrieg verhinderte” bezeichnet und 2006 im Gebäude der Vereinten Nationen von der Association of World Citizens (“Vereinigung der Weltbürger”) mit einer Auszeichnung geehrt, wo er angemerkt haben soll “[…] Es ist nett, dass Sie mich für einen Helden halten. Ich weiß aber nicht, ob ich einer bin.” (Bild: dänische Dokumentation “The Man Who Saved The World” (2009))

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Rob Zombie, vergrabener Untoter, selbststiliserter Patriarch von Kochenmetal und Fleischwiedererweckung trägt die Haare wie Batikhelden auf Full Moon Parties, tanzt behende wie ein gut geschliffener Raggamuffin-Krieger auf Pejote. Der Mann mit Hilfsschergen an Bass, Gitarre und Schlagzeug wie aus Batman´s Alpträumen scheint mehrere Ayurvedakuren und Sauerstoffzelte hinter sich gebracht zu haben und hat sich eine Kampfprothese an seinen Arm montieren lassen, die das Alien bleich werden liesse. Wäre Ripley doch mit sowas angetreten! Herr Zombie ist sich auch nicht zu schade, fast ein Drittel des Konzerts im Astra in Berlin mit einem I Love (Herz) Berlin Shirt seine Hymnen zu dreschen. Nicht ganz frisch, aber würdig. Hut ab, vor alten Gemäuern (man munkelt er wäre nicht einmal 50…). So muss man sich dem Publikum feilbieten, anders darf man sich ja gar nicht mehr auf die Strasse wagen. Danke, Rob.

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Manche Filme sind ohne Oscars, Golden Globes oder Echos nur durch Empfehlung nicht totzukriegen.

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Holzmercedes

Aus Holz baut Udo Hase aus dem deutschen Neumünster einen Mercedes-300-SL-Oldtimer aus dem Jahre 1954 nach. Mehrere Wochen und jede Menge Geduld hat er bereits in das Modell im Massstab 1:1 investiert. Der 40-jährige verwendet Fichtenholz für sein Auto, das nach der Fertigstellung auch manövrierfähig sein soll.

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"Ärzte kämpfen um das Leben von Schwammerlsuchern:
Pilzvergiftungen wie noch nie!!!"

(Frontlheadline einer großen nationalen Tageszeitung)

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Chicago und der Papierrassismus. 

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Heiligsprechung im “Schnellverfahren”

Rom – Josemaría Escrivá, der Gründer der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Opus Dei, wird heilig gesprochen. Dass dies bereits 27 Jahre nach seinem Tod geschieht, lässt den mächtigen Einfluss des 85.000 Mitglieder zählenden Laienordens auf die Führung der Katholischen Kirche erkennen.

Nach Rom kommen sie mit neun Schiffen, 2100 Bussen und 620 Sonderflügen. Sie kommen aus Aserbaidschan und Peru, Honduras und Mosambik. Bankdirektoren aus der Schweiz, Indios aus dem Hochland von Guatemala, Wissenschafter aus Kanada.

Eine Viertelmillion Menschen werden am Sonntag auf dem Petersplatz zur Heiligsprechung von Josemaría Escrivá erwartet. Sie sind keine gewöhnlichen Gläubigen. Sie sind das Fußvolk der weltweit mächtigsten Organisation der katholischen Kirche: des Opus Dei.

Und Josemaría Escrivá de Balaguer ist kein gewöhnlicher Heiliger. Deutlich wird das aus der Tatsache, dass der Gründer des Opus Dei bereits 27 Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen wird - für vatikanische Verhältnisse ist das ein Schnellverfahren.

Eifriger Selbstgeißler

Die Lebensgeschichte Escrivás ist mit der Entstehung und der Ausbreitung des Opus Dei nahezu deckungsgleich. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Priester, der im Seminar wegen seiner ausgeprägten Leidenschaft für Selbstgeißelungen aufgefallen war, gründete 1928 nach einer Erleuchtung das Santa Crux et Opus Dei - das “Werk Gottes”.

Der wie ein Geheimbund organisierte Laienorden wuchs erst unter dem faschistischen Diktator Francisco Franco zu einer einflussreichen Organisation heran, die zeitweise mit zehn Ministern in der Regierung in Madrid vertreten war. Gebot ihrer Mitglieder ist es, “Gott in der Arbeit und im täglichen Leben zu suchen”.

Sie müssen sich einem strengen Verhaltenskodex unterwerfen, der von absolutem Gehorsam über häufiges Gebet bis zur Selbstkasteiung reicht. Richtschnur ihres Han- delns ist Escrivás Buch “Der Weg”. Von seinen Anhängern als “Hort christlichen Lebens” gepriesen, von seinen Gegnern als “Mafia Gottes” verteufelt, ist das Opus Dei eine schlagkräftige Organisation mit Niederlassungen in 95 Ländern und 85.000 Mitgliedern. Zu den Zielen des geheimnisumwobenen Laienordens gehörte immer schon die Unterwanderung von Führungskreisen in Politik und Wirtschaft. Die fundamentalistische Glaubensgemeinschaft verfügt über Verlage, TV- und Radiosender, führt die Universität von Navarra in Pamplona und betreibt Missions- und Sozialprojekte in vielen Ländern.

Scharf gegen Kritiker

Ihre Mitglieder sitzen in den Vorstandsetagen von Banken, Konzernen und Universitäten. Über Stiftungen, (zum Beispiel die Limmat-Stiftung in Zürich und die Rhein-Donau-Stiftung in München) wickelt der Orden seine umfassenden und häufig undurchsichtigen Finanzgeschäfte ab.

Berüchtigt sind die Versuche des Opus Dei, Kritiker und Aussteiger mundtot zu machen. 1985 ließ der resolute Orden in Deutschland einen kritischen Rowohlt-Band kurzerhand verbieten und den Buchhandel abmahnen, das Taschenbuch nicht zu verbreiten. Opus-Dei-Mitglieder waren am Sturz der Regierung Allende beteiligt und verhalfen 1966 dem argentinischen Diktator Juan Carlos Ongania zur Macht.

Wohlwollen von Franco

Escrivá, der während des spanischen Bürgerkriegs untertauchte, war stets rechtskonservativem Gedankengut verpflichtet. In Hitler soll er den Retter der spanischen Kirche gesehen haben, heißt es. In Franco hatte er einen wohlwollenden Förderer. Die Mitglieder seines Ordens sah er gerne als “Soldaten im Kampf gegen Glaubensverfall, Marxismus und Atheismus”.

Unter Papst Johannes Paul II., der Escrivá bereits 1992 selig sprach, baute das Opus Dei seinen Einfluss im Vatikan systematisch aus. Der Bogen seiner Förderer reicht von Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano über Joseph Ratzinger bis zum spanischen Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro Valls. Das Ziel ist vorgegeben: ein Mann des Opus Dei auf dem Heiligen Stuhl.

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Verantwortungsloses Herunterspielen

Die aktuellen Messwerte in Deutschland im Radioaktivitätsmessnetz des Bundesamts für Strahlenschutz (http://odlinfo.bfs.de/) betragen bis zu 0,18 µSv/h (µSv/h = Mikrosievert pro Stunde, Spitzenwerte im 2h Schwellenwert), das sind das übers Jahr gerechnet ca. 1500 µSv Belastung (zusammengesetzt aus kosmischer Strahlung und terrestrischer Belastung). 2,4 mSv pro Jahr (2400 µSv pro Jahr) gelten im Weltdurchschnitt als “normal” (siehe Infografik IG-Strahlung  oder aus einer japanischen Infografik (engl.)). Aktuelle japanischen Radioaktivitätsmessungen lassen sich auf http://www.mext.go.jp/english/radioactivity_level/detail/1303962.htm als englischsprachige .pdfs abrufen. Fukushima Spitzenwerte im Norden ausserhalb der 20km Zone sind dort (bisher) mit bis zu zu 95 μSv/h (bei gleichbleibender Belastung wären das ca. 830000 μSv pro Jahr [830 mSv/y], ca. das 360fache des natürlichen Durchschnitts). Und dann das Plutonium nach der nun zugegebenen Kernschmelze schon nach einer Woche im Boden entdeckt, aber verschwiegen worden war. Sowie die 1000 Millisievert pro Stunde im Wasser, die in der nächsten Woche Arbeiter, die hindurchwaten, stark verstrahlen. Wechselnde Strahlenwerte sind keine Ausrede für akute Gefährdung und der kontinuierlichen Publikation von verlässlichen Messreihen, zu der alle Zugang haben – die Betonung liegt auf alle. Das war kurz nach dem Zeit-Artikel “Irrationale Strahlenangst”, der nach Tschernobyl eine Zusatzbelastung von unter 40 µSv pro Jahr kolportierte, was man trotz wissenschaftlicher Kontroverse nur verantwortungsloses Herunterspielen in Zeiten einer akuten atomaren Katastrophe nennen kann, die im jeweiligen Ausmaß alle betrifft. Wieso die renommierte Zeit solche fragwürdig motivierten Artikel ohne Quellenangabe zulässt, ist gerade bei der grassierenden Intransparenz zu diesem Thema nicht gerade vertrauenserweckend. Im Schock-auf-Raten-Modus sind aber Opportunisten vorprogrammiert, die als Gegenbewegung journalistische Aufreger produzieren, indem einfach das Gegenteil von dem behauptet wird, was berechtigterweise Angst macht. “Panikmache” und “Übertreibung” auszurufen und mit eigentlicher “Unbedenklichkeit” zu feixen kann angesichts der beispiellosen atomaren und humanitären Katastrophe in Japan nur blanker Zynismus, Lobbyismus oder blinder Quotenjournalismus sein. Nach einer Woche täglich sickerndem Inferno verliert jedes Katastrophale vielleicht seinen Reiz und so könnte man natürlich verleitet sein, dem abgestumpften Nachrichtenkonsumenten gleich prophylaktisch nach dem Sinn zu schreiben. Viele wollen am liebsten hören, man sei schon wieder einer übertriebenen Umweltpanikattacke aufgesessen und fühlen sich bestätigt und erleichtert, wenn man behauptet, alles sei gar nicht so schlimm. Das wäre wahrlich schön, wenn sich jedes Verbrechen der Menschheit als hochstilisierte Zeitungsente wegrationalisieren liesse. Wenn aber so der Quotenkniff, der auf keiner wohlbegründeten Meinung basiert, zur unbedachten Methode von Qualitätsjournalismus wird, dann könnte man sich fragen, ob der Abstand zur untergriffigen, gewissenlosen Boulevardpresse sehr groß sein mag…

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